Wie paralysiert stolpern Politiker in
die ökonomische Katastrophe, so könnte das Fazit der Wissenschaftler lauten, zu
dem auch zwei Mitglieder des Sachverständigenrates der Bundesregierung gehören.
Die Konstruktionsfehler, die die heutige Situation Europas herbeiführt, muss
beseitigt werden und nicht die Symptome geheilt werden. Trotzdem muss eine kurzfristige Ausweitung des
Garantie-Rahmens für die Schuldenstaaten unbedingt geschehen. Es bleibt dabei,
was ich schon vor einigen tagen forderte. Also muss die Europäische Zentralbank
Banken (wie bereits beschlossen) und Regierungen Geld leihen, nahezu
unbegrenzt, sonst entsteht kein Vertrauen. Italien und Spanien muss Gelegenheit
gegeben werden, ihre Sparmaßnahmen strecken zu können. Parallel zu dieser Politik
muss in Europa eine Anpassung der unterschiedlichen Entwicklungen beschlossen
werden. Das alles Parallel zu einer grundlegenden Überarbeitung der
Gründungsidee.
Mittwoch, 25. Juli 2012
Freitag, 13. Juli 2012
Frauen in der Piratenpartei
Auch in der Piratenpartei sind Frauen nicht ausreichend
repräsentiert und ich werde meine ganze Kraft auf dieses Thema lenken. Da gibt
es neben Frauenstammtischen noch viel zu tun. Ich werde auf alle Fälle Frauen
dazu auffordern in die Politik zu gehen.
Andrea Ypsilanti, ehemalige
Landesvorsitzende der hessischen SPD, Ute Vogt, damalige SPD-Landeschefin in
Baden-Württemberg, ebenso Renate Schmidt in Bayern, vergebliche Versuche von
Frauen in der Politik auf höchster Ebene.
Während Deutschland nunmehr seit
beachtlich vielen Jahren von einer Bundeskanzlerin regiert wird, ist eine
Ministerpräsidentin immer noch eine Ausnahmeerscheinung. Kraft ist die erste
weibliche Führungskraft des Landes und die zweite Sozialdemokratin in der
männlichen Machtbastion des Ministerpräsidentenamtes. Zuvor war es lange Zeit
nur Heide Simonis in Schleswig-Holstein geglückt, dieses Amt zu bekleiden.
Frauen werden nach wie vor misstrauischer und abwertender beobachtet. Häme bei
Fehlern schlägt ihnen strenger entgegen. Sie sind gleichberechtigt und müssen
dieses Recht nicht selbst in Frage stellen, indem sie Unzufriedenheit und Kritik frühzeitig in
den eigenen Reihen erspüren, Offenheit und Kooperationsbereitschaft
demonstrieren und Vertrauen schaffen. Sie sollten vielmehr sich ihrer Macht
bewusst werden, sich in der Politik unterstützen, sich gegenseitig in
Seilschaften, die Ressourcen und Kompetenzen für den Machterwerb in
Frauenbündnissen zusammenlegen.
Das heißt nicht sich
abzuschotten.
Was die Debatte über "Frauenquoten in
Aufsichtsräten" und über das sogenannte "Betreuungsgeld" angeht
sind Unionsparteien weder im zwanzigsten
noch im einundzwanzigsten Jahrhundert angekommen. Unter den Müttern bilden
Frauen mit eigener Erwerbsexistenz eine seltene Ausnahme. Fehlende
Ganztagsbildungsangebote für Kinder, das Abdrängen der Frauen in schlecht
bezahlte Minijobs sind immer noch ein Thema.
Elternschaft und Erwerbsarbeit
gehören zum Leben von Männern und Frauen. Kinder sind weder reine Frauensache
noch darf diese Situation zu einer Doppelbelastung seitens der Frauen
verkommen, da müssen Männer sich schon melden.
Mittwoch, 11. Juli 2012
Gender Mainstreaming der Piratenpartei
Gender Mainstreaming der
Piratenpartei
Bei „Gender Mainstreaming“ geht es darum, die Interessen von
Frauen und Männern, Männern und Frauen von vornherein, nicht nachträglich, bei allen gesellschaftlichen Vorhaben und sei
es eine Parteisatzung, zu berücksichtigen.
Grund hierfür ist die Einsicht, die Einstellung, die Erfahrung, dass es keine
geschlechtsneutrale Wirklichkeit gibt.
Die Piratenpartei muss ihre Inhalte und deren Gestaltung
durchgängig geschlechterdifferenziert und gleichstellungsorientiert verfassen. Insbesondere
sollen auch versteckte Benachteiligungen, Beteiligungsdefizite und ungewollte
Verfestigungen tradierter Rollenmuster vermieden werden.Die Piratenpartei folgt und folgte damit der Umsetzung der rechtlichen Vorgaben.
Dies sind die „Rechtliche Grundlagen“, denen die Partei
sowieso folgen muss.
❖ Artikel 3 Abs. 2 Grundgesetz:
„Männer und Frauen
sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der
Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung
bestehender Nachteile hin.“
❖ Artikel 2, 3 Abs. 2 Amsterdamer Vertrag
Diese Artikel machen die Förderung der Gleichstellung von
Frauen und Männern zu einem Teil der Rechtsordnung der Europäischen Union. Auch
die Charta der Grundrechte der Europäischen Union sieht in Art. 23 Abs. 1 vor,
Gleichheit von Frauen und Männern in allen Bereichen sicherzustellen.
❖ § 2 Bundesgleichstellungsgesetz.
Dieser Paragraph verpflichtet alle Beschäftigten der
Bundesverwaltung, die Gleichstellung von Frauen und Männern zu fördern und
diese Verpflichtung als durchgängiges Leitprinzip in allen Aufgabenbereichen
der Dienststelle zu berücksichtigen.
❖ § 1 Abs. 2 Bundesgleichstellungsgesetz. Er
verpflichtet die Bundesverwaltung, die Gleichstellung von Frauen und Männern
auch sprachlich zum Ausdruck zu bringen.
❖ § 2 GGO bestimmt die Förderung der Gleichstellung
von Frauen und Männern zum Leitprinzip bei allen politischen, normgebenden und
verwaltenden Maßnahmen.
❖ Das Bundesgremienbesetzungsgesetz verpflichtet den
Bund, darauf hinzuwirken, dass eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und
Männern in Gremien, für die er Berufungs- oder Entsenderechte hat, geschaffen
wird.
❖ Art. 3 Abs. 2 GG verpflichtet den Staat, Gleichstellung zu
fördern.
Gleichstellung bedeutet:
❖ Frauen und Männern ein
gleichermaßen selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Gleichstellungspolitik
gibt nicht vor, wie Menschen leben sollen.
❖ dass niemand zur Anpassung an stereotype Vorstellungen
von „Männern“ und „Frauen“ gezwungen werden darf. An das Geschlecht und an
Geschlechterrollen dürfen grundsätzlich keine Vor- oder Nachteile geknüpft
werden. Rollenverteilungen, die zu einer höheren Belastung oder sonstigen
Nachteilen für ein Geschlecht führen, dürfen durch staatliche Maßnahmen nicht
verfestigt werden. Faktische Nachteile, die typischerweise ein Geschlecht
treffen, dürfen durch begünstigende Regelungen ausgeglichen werden.
Gleichstellungspolitische Ziele sind also:
❖ Abbau
von Benachteiligungen (Diskriminierungen)
❖ gleiche Teilhabe
(Partizipation)
❖ eine von tradierten Rollenmustern freie, selbstbestimmte
Lebensgestaltung beider Geschlechter (echte Wahlfreiheit)
Die Gleichstellung von Frauen und Männern ist durch
geschlechtergerechte Sprache zum Ausdruck zu bringen.Montag, 9. Juli 2012
Finanzpolitische Richtlinien für Deutschland
Das strikte Sparpaket ist unsinnig und auch schon von gestern.
Von Beate
Kesper
Es gilt
die Nachfrage im wirtschaftlich drohenden Tief zu stützen. Es gilt Vertrauen zu
schaffen, damit Banken Kredite an Unternehmen vergeben und Verbraucher konsumieren.
Also muss die Europäische Zentralbank Banken (wie bereits beschlossen) und
Regierungen Geld leihen, nahezu unbegrenzt, sonst entsteht kein Vertrauen.
Italien und Spanien muss Gelegenheit gegeben werden, ihre Sparmaßnahmen strecken zu können.
Parallel zu dieser Politik muss in Europa ein Anpassung
der unterschiedlichen Entwicklungen beschlossen werden. Deutschland braucht ein
Konjunkturprogramm zu Gunsten der wirtschaftlich schwächeren Länder in Europa,
bisher profitiert die deutsche Wirtschaft. Dies kann mit einem Europäischen
Wirtschaftsfonds beschleunigt werden. Flankierend kann ein europäisches
Investitionsprogramm, durch Steuern finanziert, z.B. Finanztransaktionssteuer, Besteuerung der Reichen,
Probleme lösen. Die Regierungen können weiterhin sich zu Krisengipfeln treffen
oder ein permanent-tagende Wirtschaftsregierung bilden.
Kind und Karriere - ein Märchen?
Debatte um Work-Life-Balance
Kind und Karriere - ein
Märchen?
Von Beate Kesper
Man/Frau kann als Mutter eine anspruchsvolle Karriere
verfolgen. Es ist schon eine merkwürdige Art von Rhetorik eine Problematik in
den Raum zu stellen und diese dann in seinem Sinne zu beantworten.
Zweifellos ist es sehr schwierig Karriere und Familie und
Kinder in Einklang zu bringen, eine humane
Demokratie, die es mit Liberté, Égalité, Fraternité ernst nimmt, muss
dies schaffen. Es ist das Recht der Frauen Karriere machen zu können und Kinder
zu erziehen, dieses Recht müssen sie nicht erkämpfen, das haben sie.
Anne-Marie Slaughter`s „Frauen können nicht alles
haben" erinnert tatsächlich im Duktus ein wenig an Thilo Sarrazin. Slaughter gehört zu einer Generation von
Frauen, die fest daran geglaubt haben, dass sie Kinder haben und es trotzdem
nach „ganz oben schaffen können“. Es ist immer noch die Frage, wo das ist, „das
ganz oben“, in welcher Art von Gesellschaft und wie Gesellschaft verändert
werden muss, dass Frauen eben doch Kinder und Karriere machen können.
„1A-Frauen, die auch für die Familie da sein wollen, müssen sich mit 1B-Jobs
zufriedengeben“, meint Slaughter, ich hoffe sie meint wirklich nur sich. Sie
kapituliert davor, dass Männern letztlich die Macht zu diesem Vorgehen von
Frauen zugestanden wird.
Doch es gibt Ausnahmen im beruflichen Wahnsinn, der
Familien zerstört und dem Popanz Karriere huldigt. Es geht um Frauen in der
Zielgruppe des beruflichen Wahnsinns. Es sind Mütter in Top Jobs, die sehr viel
Verantwortung tragen, sehr viel reisen und sehr lange arbeiten müssen.
Zwischen dem Job der Bundeskanzlerin und der
Vorstandsfrau Piech sind viele Erfolgsgeschichten möglich; sie lassen sich nur
unterschiedlich gut mit Kindern kombinieren.
Wie viel Zeit man dem Familienleben einerseits und dem
Berufsleben andererseits einräumen will (so man überhaupt die Wahl hat), ist
eine Frage der persönlichen Prioritäten und des Nervenkostüms.
Übel in der Argumentation ist, so zu tun, als ob man ausschließlich durch die Frauenbrille auf
dieses Problem der Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf, das Väter ganz
genauso betrifft, sehen könnte.
Die Vorschläge zur Reform des Arbeitslebens wie
flexiblere Arbeitszeiten, mehr Home Office, keine Termine nach Schulschluss
zielen doch auch auf arbeitende Männer ab.
Männer werden die
Vereinbarkeit von Leben und Beruf erst dann auf die Agenda setzen, wenn Frauen
ihnen das mit allen Mitteln, die sie zur Verfügung haben, klar machen.
Freitag, 6. Juli 2012
Das Geld für das Öl
Außenpolitischer Aufruf
Das Geld für das Öl
Von Beate Kesper
Die Energiekonzerne zahlen für ihre „Claims“ viel Geld an
die Regierungen der Länder, in denen Öl und Gas gefördert wird. Die
Entwicklungshilfe stellt nur einen Bruchteil der Staatseinnahmen im Gegensatz
zu den Einnahmen durch die Bodenschätze dar. Deutschland kann mehr Transparenz
schaffen. Transparenz kann klären, dass der Reichtum natürlicher Ressourcen
auch der jeweiligen Bevölkerung nutzt.
Es geht um ein Gesetz, dass alle Unternehmen
verpflichtet, alle wichtigen Details ihrer Verträge in allen Ländern offen zu
legen. Lord John Brown fordert als ehemaliger CEO von BP dieses Gesetz
dringlich ein.
Mittwoch, 27. Juni 2012
Die Piraten müssen im Wahlkampf wach bleiben
Der
Wunsch in der Bevölkerung nach einer Demokratie 2.0 ist viel breiter und tiefer
gehend als die Piratenpartei es ahnt. Ich werde daher auch besonders die Ängste
der Bevölkerung ansprechen, sich mit der "neuen" alten Welt
auseinanderzusetzen. Weiterhin werden Vorwürfe, die Piratenpartei habe
abstruse Forderungen, die weltfremd und unfinanzierbar seien, demaskiert werden
müssen. Die politischen Gegner werden weiterhin die Piraten als moderne Version
einer linken Protestpartei in der Nachfolge der Grünen oder der Linkspartei
abzuqualifizieren versuchen.
„Nötig
ist vielmehr, dass wir die neuen Anforderungen der Menschen an den Politikstil
beherzigen und aufnehmen: mehr Transparenz der politischen Entscheidungen, mehr
Vielfalt der Meinungen und vor allem auch mehr Möglichkeiten der
Mitentscheidung. Es ist meine tiefe Überzeugung, dass Politik den Menschen in
Zukunft entschieden mehr Beteiligung und Mitsprache einräumen muss als bisher.
An mehr direkter Demokratie führt kein Weg vorbei.“ Das war jetzt nicht das
„Zentralorgan der Piraten“ sondern Horst Seehofer, CSU-Chef. Da staunt
man schon.
Tatsächlich
erkennt er zusehens, dass es sich bei unserer Politik um ein grundlegendes
Problem der Menschen handelt.
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